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Interreligiöse Ehen
In der Schweiz gehören interreligiöse Ehen zum Alltag. Brautpaare mit unterschiedlicher Religionszugehörigkeit (z.B. Muslim - Christin) heiraten aber meist nur zivil. Eine religiöse Trauzeremonie, in der zwei Religionen gleichberechtigt berücksichtigt werden, ist nicht möglich. Die Kirchen ermutigen statt dessen die christlichen Partner, ihre Glaubensüberzeugung zu leben und diejenige des Gegenübers zu achten. Auf dieser Basis ist, wenn ein gemischt-religiöses Paar dies wünscht, auch eine christliche Trauung möglich. Die Achtung der anderen Religion kann in der Trauliturgie ausgedrückt werden und auch dadurch, dass ein Vertreter der anderen Religion mitwirkt.
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| Interreligiöse Trauung zwischen Muslimen und Christen |
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Ein Muslim darf eine Christin heiraten, aber ein Christ darf keine Muslimin heiraten. Ein Muslim, der eine Christin geheiratet hat, muss ein Vorbild sein und seiner Frau helfen, dass sie ihren Glauben leben kann. Die Kinder werden Muslime. Damit ein Christ eine muslimische Frau heiraten kann, muss er zum Islam übertreten. Dies ist zwar sehr einfach, muss aber gut überlegt werden, da es nur einen Ein- aber keinen Austritt aus dem Islam gibt! Von islamischer Seite wird ein Übertritt der Frau sehr empfohlen.
Heirat nach sunnitischer Tradition
Die Heirat gilt lebenslänglich. Nach islamischem Recht ist zwar eine Scheidung möglich, aber sie gilt nur als allerletzte Möglichkeit, wenn das Zusammenleben wirklich nicht geht. Vor der islamischen Zeremonie muss das Brautpaar standesamtlich geheiratet haben und die Papiere vorweisen können. Der «Hodscha» (oder Imam; Vorbeter) stellt das Eheformular (Türkisch: «Nikah Akdi», Albanisch: «Formular per kunore te marteses») zusammen mit allen Angaben der Braut, des Bräutigams und der zwei Trauzeugen, das heisst, zwei Männer oder ein Mann und zwei Frauen. Bei Albanern sind zusätzlich beide Väter dabei. Bei Türken wird auch das sofortige Brautgeschenk (türk.: kleine Mehir) vermerkt, das in Geld, Goldschmuck oder auch einer Immobilie bestehen kann. Der albanische Bräutigam schenkt seiner Braut einen Ring.
Ehezeremonie
Die Zeremonie findet meist in einer Privatwohnung oder in einer «Mescid» (Moschee, Gebetsraum) statt. Der Hodscha klärt über die Rechte und Pflichten für die Familiengründung auf. Dann fragt er drei Mal die Braut und den Bräutigam, ob sie einander als Mann und Frau annehmen wollen und kein Zwang zur Heirat vorliegt. Dann fragt er drei Mal die Trauzeugen, ob sie die klaren Aussagen bezeugen können. Dann unterschreiben der Mann, die Frau und die Trauzeugen das Formular, bei Albanern zusätzlich die beiden Väter. Der Hodscha fragt nun die Frau, ob sie mit der Mehir, respektive dem Betrag für den Fall einer Scheidung einverstanden sei. Diese Summe wird fällig beim Tod des Mannes oder bei einer Scheidung und soll der Frau für mindestens die nächsten paar Monate das Überleben sichern.
Nun unterschreibt auch der Hodscha. Anschliessend spricht er ein Dua: Ein Segensgebet für das Brautpaar, für ihre Gesundheit und ihre zukünftigen Kinder. Anschliessend gibt es ein gemeinsames Essen oder Apéro. Meist sind nur die engsten Familienangehörigen beteiligt. Das heisst, es werden zwischen sechs bis höchsten etwa dreissig Personen anwesend sein.
Hochzeitsfest
Später findet meist ein grosses gesellschaftliches Fest statt in einem gemieteten Saal mit mehreren Hundert bis manchmal über Tausend Gästen. Die Gäste bringen ausser Glückwünschen Geschenke und Geld für das junge Paar, damit sie einen guten Start in das Familienleben haben.
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| Interreligiöse Trauung zwischen Juden und Christen |
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«Die "Ehe" eines Juden mit einem Nichtjuden hat nach jüdischem Religionsgesetz keine bindende Kraft und ist religiös ungültig, auch wenn sie von hundert Rabbinern gesegnet wurde.», schreibt der Rabbiner Chajim Halevy Donin. Damit ist eigentlich von jüdischer Seite alles gesagt. Auch das spätere talmudische Eherecht spricht der Mischehe die Gültigkeit ab. Die Gefühle richten sich nicht immer nach Religionsgesetzen, deshalb gibt es viele jüdisch-christliche Mischehen. Eine Hochzeitsfeier in einer Synagoge ist natürlich ausgeschlossen. Die einzige Möglichkeit, um doch jüdisch rechtsgültig heiraten zu können, wäre ein Übertritt zum Judentum. Dies ist allerdings nicht einfach. Wenn der Übertritt nur aus Heiratsgründen erfolgen soll, wird sich kaum ein Rabbiner finden, der ihn unterstützen wird.
Heirat nach jüdischer Tradition
Die jüdische Hochzeit eines jüdischen Mannes mit einer jüdischen Frau gilt als der wichtigste Augenblick im jüdischen Leben. Ein Leben ohne Partner ist kein vollständiges Leben. Die Tora sieht erst mit der Eheschliessung den Augenblick der Reifung als erreicht. Der Heirat voraus geht die Verlobung als Verpflichtung, sich zu gegebener Zeit zu heiraten. Nun werden die "Bedingungen" schriftlich festgehalten: Datum und Finanzierung der Hochzeit, Unterhalt des jungen Paares, Einverständnis des Brautpaares. Wenn die Bedingungen unterschrieben sind, wird ein Teller zerbrochen.
«Und der Mann nahm die Frau» (1.Mose 23, 13). Nach dieser Bibelstelle «nimmt» sich auch heute noch der Mann die Frau, das heisst, er «bezahlt» für sie. Heute geschieht dies dadurch, dass er ihr einen Goldring schenkt.
Da die Braut rituell rein sein muss, wird der Hochzeitstag nach ihrer Menstruation festgelegt. Dann wird der Ehevertrag (Ketubbá) aufgesetzt. Darin werden die Rechte der Frau festgeschrieben. Er wird vom Bräutigam und zwei Zeugen unterschrieben.
Ehezeremonie
Paare, die in der Schweiz heiraten wollen, müssen vor der religiösen Zeremonie standesamtlich geheiratet haben. Die Braut besucht das rituelle Bad (Mikwe), beide fasten am Hochzeitstag. Ein kompetenter Rabbiner leitet die Hochzeitszeremonie in der Synagoge. Die Feier findet unter der «Chuppa» (Traubaldachin) statt. Neben dem Bräutigam stehen die Väter, neben der Braut die Mütter. Elemente der Feier sind: Segensspruch über einem Glas Wein, von dem das Brautpaar trinkt. Der Bräutigam streift der Braut den Ring über den Finger. Der Rabbiner liest die Ketubbá vor, der Bräutigam überreicht sie der Braut. Der Rabbiner sagt die sieben Segenssprüche der Eheschliessung. Das Brautpaar trinkt nochmals einen Schluck Wein. Der Bräutigam zertritt das Glas mit dem rechten Fuss. Das Paar zieht sich allein in ein Zimmer zurück und isst die erste leichte Mahlzeit nach dem Fastentag. Erst nachdem die beiden eine Zeitlang allein waren, ist die Eheschliessungszeremonie beendet.
Hochzeitsfest
Der Ablauf der Feier kann variieren.
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| Interreligiöse Trauung zwischen Hindus und Christen |
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Zwischen Hindus und Christen bestehen grundsätzlich keine Berührungsängste. Tamilische Hindus können ohne grössere Probleme Christen heiraten. In Sri Lanka geschieht dies öfter. Wenn beide Tamilen sind, gibt es auch keine grösseren kulturellen Unterschiede zu berücksichtigen. Da Christen ausserhalb der Kastenordnung stehen, muss auch die Kastenzugehörigkeit nicht beachtet werden. Vermittelte Ehen zwischen Hindus und Christen sind sehr selten, deshalb gibt es dann auch kaum interreligiöse Partnerschaften. Diese gibt es praktisch ausschliesslich bei Liebesheiraten.
Heirat nach tamilischer Tradition
Traditionell wird die Ehe von den Eltern vermittelt. Dabei müssen einige Punkte stimmen, so zum Beispiel die Kaste. Denn: zu welcher Kaste gehören die Kinder von kastenverschiedenen Eltern? Ein weiterer wichtiger Faktor ist das Horoskop. Beide Elternpaare wollen, dass das junge Paar glücklich wird. Dafür scheint es wichtig, dass es astrologisch zusammen passt. Die Kastenunterschiede sind heute - vor allem in der Diaspora - nicht mehr so wichtig. Deshalb gibt es immer mehr kastenverschiedene Ehen. Das Horoskop ist bei Liebesehen auch nicht so bedeutend, weil die Zuneigung die astrologische Komponente überspielen kann. Vorehelicher Sex wird abgelehnt. Die standesamtliche Eheschliessung, die in der Schweiz Voraussetzung für eine religiöse Ehezeremonie ist, gilt für Hindus nicht als Heirat. Paare, die nur mit amtlichem Segen versehen sind, gelten religiös als unverheiratet. Das heisst, sie leben gesellschaftlich gesehen in wilder Ehe!
Ehezeremonie
Der genaue Zeitpunkt der hinduistischen Ehezeremonie wird nach dem Horoskop bestimmt. Ausserdem sind bestimmte Tage oder Monate für das Heiraten ungünstig. Da aus praktischen Gründen meist am Wochenende geheiratet wird, sind die Daten eingeschränkt. Die Zeremonie findet meist in einem gemieteten Saal eines Restaurants oder Kirchgemeindehauses statt. Der Hindu-Tempel ist meistens zu klein. Da im Tempel ausserdem rituelle Reinheit verlangt wird, gibt dies eine weitere Einschränkung. So gelten zum Beispiel folgende Personen als rituell unrein: alle, die Fleisch gegessen oder Alkohol getrunken haben, menstruierende Frauen, Ehepaare, deren Kind weniger als ein Monat alt ist, Trauernde für eine bestimmte Zeit. In einem neutralen Saal sind die Reinheitsvorschriften nicht so streng.
Das Brautpaar benötigt zwei Trauzeugen, vorzugsweise Eltern oder Geschwister. Zusätzlich sind während der Zeremonie je drei weitere Personen nötig. Die Gäste - in beliebiger Zahl! - treffen ein, setzen sich und erhalten etwas zum Trinken und Knabbern. Die Zeremonie beginnt ohne Braut. Die erste Pudscha (Verehrungsritual) ist für den elefantenköpfigen Gott Ganescha mit der Bitte um gutes Gelingen der Hochzeitszeremonie. Die nächste Zeremonie ist für das Götterpaar Parvati und Schiva. Die Hochzeitskette "Tali" wird gesegnet. Die Götter werden durch verzierte Kokosnüsse symbolisiert. Daneben brennt ein kleines Opferfeuer in einem speziellen Behälter. Der Brautführer führt die Braut zum Bräutigam. Er gibt ihr den Tali und einen speziellen Hochzeitssari, den sie anschliessend anzieht. Der Tali bleibt so lange beim Priester. Beide sitzen im Manvarai, dem Hochzeitsbaldachin, während der Priester die lange dauernde Pudscha mit vielen Rezitationen durchführt. Dreimal umschreitet das Brautpaar das Opferfeuer. Anschliessend verlässt das Brautpaar den Platz der Zeremonie, setzt sich und gibt sich gegenseitig zu essen. Damit ist die eigentliche religiöse Zeremonie abgeschlossen.
Hochzeitsfest
Dann erhalten die Gäste das vegetarische Hochzeitsessen. Nachher beginnt die Fotosession. Alle Gäste stehen in einer Reihe, wünschen dem Brautpaar Glück, übergeben ihnen ein Couvert mit Glückwünschen und meistens auch Geld. Dabei lassen sie sich mit dem Brautpaar fotografieren.
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| Interreligiöse Trauung zwischen Buddhisten und Christen |
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Etwa 95% der Thais sind Buddhisten, nur 5% Christen oder Muslime. Jeder Mensch kann durch ein einfaches Ritual Buddhist werden und sei es auch nur für einen Tag. Eine der christlichen Taufe vergleichbare Zeremonie gibt es im Buddhismus nicht. Thais - vor allem Frauen - die einen Schweizer heiraten, gehen meist eine interreligiöse Partnerschaft ein. Wichtig zu beachten ist, dass der Buddhismus keinen Absolutheitsanspruch kennt. So kann auch ein Christ gleichberechtigt an einer buddhistischen Zeremonie teilnehmen. Es ist auch ohne weiteres möglich, den Kindern die freie Wahl der Religionszugehörigkeit zu lassen oder sie zu taufen und trotzdem in den Tempel mitzunehmen.
Heirat nach buddhistischer Tradition
Vor der buddhistischen Zeremonie muss das Brautpaar standesamtlich geheiratet haben und die Papiere vorweisen können. Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern ist in der Schweiz eine religiöse Zeremonie nur eine individuelle Beigabe, aber nach Gesetz nicht bindend. Vor der eigentlichen Ehezeremonie schickt der Bräutigam einen Vermittler zu den Brauteltern, um den «Brautpreis» auszuhandeln. Ist dies traditionell eine ansehnliche Summe, die der Bräutigam für die Erziehung und Ernährung der Braut zahlt, wird dies mehr und mehr zu einer symbolischen Gabe. Manchmal lassen sich die Brauteltern einen richtigen Brautpreis zahlen, der dann der Braut oder dem Brautpaar als Geschenk gegeben wird. Erst wenn dies geregelt ist, findet die Verlobung statt. Jetzt werden die Details für die Hochzeit festgelegt. So auch die wichtige Frage, wer die Hochzeit bezahlt. Oft sind dies die Brauteltern.
Ehezeremonie
Am Hochzeitstag findet frühmorgens ein Umzug statt. Dabei werden viele, manchmal über 50, symbolische Gaben und Geschenke immer in doppelter Ausführung mitgeführt. So zum Beispiel Bäume und Blumen. Ausserdem wird der Brautpreis mitgetragen. Diese Gaben, mit Ausnahme des Brautpreises, erhalten die beiden Elternpaare zu gleichen Teilen. Erst wenn dieser eher materielle Teil vorüber ist, kommen die Mönche. Das heisst, die Mönche kommen heim, die Hochzeit findet nicht im Tempel statt. Im Idealfall sind es neun Mönche, da die Zahl neun eine Glückszahl ist. Nun beginnt die eigentliche religiöse Zeremonie. Die Mönche rezitieren Text in der alten Sprache Pali. Nach diesem Chanting erhält das Brautpaar Glückwünsche der Mönche. Anschliessend wird den Mönchen reichhaltiges Essen offeriert. Nun essen die Mönche. Dies muss vor Mittag geschehen, da die Mönche nach Mittag nicht mehr essen dürfen.
Hochzeitsfest
Anschliessend essen alle Gäste. Nach dem Essen findet die Wasserzeremonie statt. Das Brautpaar sitzt an einem Tisch und hält die Hände über ein Becken. Nun giessen zuerst die Eltern, dann die Familienangehörigen und die Gäste dem blumenbekränzten Brautpaar mit einer Muschelschale Wasser über die Hände. Dann übergeben sie dem Brautpaar ein (meistens rotes) Couvert mit Glückwünschen und oft auch einem Geldgeschenk. Am Abend ist dann die weltliche Party.
Obwohl die buddhistische Ehezeremonie in Thailand gesellschaftlich sehr wichtig ist, verzichten viele Paare aus finanziellen Gründen darauf. Im Buddhismus gibt es keine Kirchensteuern, aber Gebühren für Rituale. Dieses «Tambun» bei einer Hochzeit ist sehr erheblich, deshalb verzichten manche Paare auf dieses Ritual.
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| Wir danken der INFOREL für die freundliche Unterstützung, für weitere Informationen stehen sie Ihnen gerne zur Verfügung. |
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